Pflegeheim

Wie finde ich eine Pflegeeinrichtung für Langzeit- oder Kurzzeitpflege, die meinen Vorstellungen von Qualität entspricht und professionelle Standards einhält?

K1024 Hand am Rollstuhl Um die beste Langzeitpflegeeinrichtung an Ihrem Wohnort auszuwählen, sollten Sie sich zuerst Klarheit darüber verschaffen, welche individuellen Bedürfnisse und Wünsche der zukünftige Bewohner hat, ganz gleich ob es Sie selbst betrifft, ein Familienmitglied, einen Freund oder eine Freundin. Bevor Sie sich auf die Suche nach einer Pflegeeinrichtung begeben, sollten Sie genau wissen, wonach Sie fragen wollen, um sich ein ausreichendes Bild über die Qualität machen zu können.

Fragen Sie zuerst eine fachkundige Pflegekraft nach den Vorteilen und speziellen Charakteristika eines jeden Pflegeheims, z.B. in Ihrem örtlichen Pflegestützpunkt oder einer anderen unabhängigen Beratungsstelle. Die genauesten Informationen erhalten Sie in der Regel von Fachleuten, die selbst in dem Pflegeheim gearbeitet haben über das sie Auskunft geben oder von Bewohner und deren Angehörigen, die Ihnen aus Kundensicht schildern können wie sie behandelt wurden. Beide Seiten zu hören ist ratsam, um eine abgewogene Einschätzung zu erhalten. Sie können sich auch bei Ihrer Krankenkasse nach einer Empfehlung von Pflegeheimen für Ihr spezielles Anliegen erkundigen. Stellen Sie anschließend folgende Fragen, um zu entscheiden, welches Pflegeheim Ihre Bedürfnisse am besten erfüllen kann. Wenn Experten Ihnen aus Wettbewerbsgründen keine konkreten Empfehlungen geben können, fragen Sie, welches Pflegeheim der Experte an Ihrer Stelle aussuchen würde. Diese Frage darf jeder beantworten, ohne seine Neutralitätspflichten zu verletzen.

Hier einige Fragen, die Ihnen zur Beurteilung der Pflegebetriebe helfen können:

Fragen zur Organisation

01.Hat die Einrichtung eine schriftliche Information über ihre angebotenen Dienstleistungen und Preise?

02. Welche Unterstützung bietet die Einrichtung zur Klärung finanzieller Fragen und der möglichen Beantragung von Hilfen durch Dritte? Wird Unterstützung bei Sozialhilfe- und Wohngeldanträgen gewährt, wenn ein grundsätzlicher Anspruch besteht?

03. Ist Ihnen die Personalbesetzung am Abend und an Wochenenden bekannt?

04. Wie viele Krankenschwestern oder Altenpfleger sind pro Schicht im Dienst?

05. Wie ist das Verhältnis zwischen Pflegekräften und Bewohnern. Ist zu jeder Zeit ein Arzt zu erreichen?

06. Welche Verfahrensregeln gelten bei medizinischen oder pflegerischen Problemen und Notfällen, auf welche der Betrieb selbst nicht eingerichtet ist?

07. Hat die Einrichtung einen Notfallplan bei Stromausfällen oder Naturkatastrophen?

08. Kann die Einrichtung im Falle eines Notfalls den Pflegebetrieb aufrechterhalten? Gibt es Notfallpläne, um die Versorgung zu gewährleisten?

09. Ist die Öffentlichkeit in die Einrichtung einbezogen?

10. Hat die Einrichtung Freiwillige oder Zivildienstleistende, die in den Bewohnerbereichen eingesetzt sind? Wenn ja, welche Tätigkeiten werden von diesen für die Bewohner übernommen?

11. Kennen Sie das Konzept der Einrichtung zur Pflege Sterbender? Werden die Bewohner, die Familienmitglieder, Freunde oder rechtlich zuständige Personen in Fragen der künstlichen Lebensverlängerung mit einbezogen? Wenn ja, welche Verfahrensweisen sind vorgesehen?

12. Werden neben dem medizinischen und pflegerischen Service, zusätzlich rehabilitative, physio-,ergo- oder andere therapeutische Dienstleistungen angeboten?

13. Wenn vorhanden, existiert in dem speziellen Fachbereich für die Pflege dementer Menschen eine Umgebung, welche die besondere Sicherheits-, Bewegungs- und Kontaktbedürfnisse Altersverwirrter berücksichtigt; z.B. ausreichend große und helle Gemeinschaftsräume für kleine Gruppen bis zu zehn Personen, Rundlaufwege und ein eigener geschützter Außenbereich oder Garten?

Individuelle Bedürfnisse

14. Können Sie die Auswertung der innerbetrieblichen Qualitätsanalysen einsehen? Zum Beispiel die letzte Quartalsstatistik der im Pflegeprozess neu aufgetretenen Druckgeschwüre (Dekubitalulzera), Stürze mit Frakturfolgen, Lungenentzündungen, Wundinfektionen oder Fälle von gravierendem Flüssigkeitsmangel (Exsikkosen) oder andere für Sie wichtige Qualitätskennzeichen.

15. Stellt die Einrichtung für jeden neuen Bewohner einen individuellen Pflegeplan auf? Werden Sie bei der Erstellung des Planes mit einbezogen? Der Pflegeplan sollte detailliert sein, die Häufigkeit und den Zeitkorridor benennen, von wann bis wann diese Hilfen in der Regel erbracht werden. Der Plan sollte kontinuierlich an die sich ändernden Bedürfnisse des Bewohners angepasst werden.

16. Klärt die Einrichtung Sie über die Rechte und Pflichten eines Bewohners auf? Fragen Sie nach schriftlichen Informationen über die Rechte und Pflichten des Bewohners.

17. Finden regelmäßig Angehörigentreffen statt? Angehörigentreffen geben den Familienmitgliedern die Möglichkeit, Einfluss auf den Pflegeplan ihres Familienmitglieds zu nehmen und den Pflegeplan des Bewohners zu besprechen.

18. Wie geht das Management der Einrichtung mit Verbesserungsvorschlägen, der Familien, Freunde und Bewohner aus den Angehörigentreffen um?

19. Werden Ernährungswünsche berücksichtigt? Können Komponenten der Mahlzeiten freigewählt werden? Darf Nahrung von außen mitgebracht werden? Existiert eine regelmäßige Zusammenarbeit mit einer Fachkraft für Diätetik?

20. Kümmert sich jemand um die individuellen psychosozialen Bedürfnisse der Bewohner?

21. Ist das Haus wohnlich und einladend eingerichtet? Gibt es einen vor Wind und Regen geschützten Außenbereich? Ist ein Programm für tägliche Aktivitäten vorhanden? Werden religiöse oder spirituelle Bedürfnisse der Bewohner berücksichtigt?

Wer kontrolliert die Einrichtung

22. Besitzt das Haus einen gültigen Versorgungsvertrag? Die Pflegeversicherung zahlt nur, wenn das Haus einen Versorgungsvertrag mit den Kassen abgeschlossen hat. Ein gültiger Versorgungsvertrag bedeutet weiterhin, dass die Pflegeeinrichtung gesetzliche Mindestanforderungen erfüllen muss.

23. Kann im Bedarfsfall Wohngeld (nicht in allen Bundesländern) und Sozialhilfe beantragt werden?

24. Hat die Einrichtung ein Programm zur kontinuierlichen Qualitätsverbesserung? Überwacht die Einrichtung ihre Leistungen in Eigeninitiative oder belässt sie es bei den gesetzlichen Mindestanforderungen, die durch den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) und der zuständigen Heimaufsicht überprüft werden.

25. Gibt es öffentlich einsehbare Qualitätsberichte?

Wenn ja, fragen Sie nach den Auswertungen des letzten Quartals. (siehe Frage 14)

Besonders wichtig: Wie viel Frakturen und behandlungsbedürftige Verletzungen durch Stürze, wie viel Dekubitalulzera (Haut und Gewebeverletzungen aufgrund unzureichender Lagerung), wieviel Krankenhauseinweisungen wegen Exsikkose (Austrockunung aufgrund zu geringer Flüssigkeitsaufnahme), wie viel und welche freiheitseinschränkende Maßnahmen gibt es im Jahr? Was tut der Pflegebetrieb in der Prävention in diesen Punkten? Gibt es festgelegte Verfahren um Probleme in diesen Bereichen schnell zu entdecken und abzustellen?

26. Ist die Einrichtung von einer anerkannten unabhängigen Akkreditierungsinstitution wie zum Beispiel i-care akkreditiert? i-care Akkreditierung bedeutet, dass die Einrichtung sich freiwillig um eine Überprüfung Ihre Dienstleistungen sorgt und sie internationale Pflege- und Sicherheitsstandards erfüllt.

27. Wenn Pflege für altersverwirrte Bewohner angeboten wird, ist dieser Bereich akkreditiert?


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